Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

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Widerstand und Opposition in der DDR
  Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns
  Die Reglementierung des Denkens sorgt für ständige Konflikte zwischen der politischen Führung und den Intellektuellen. Doch im Unterschied zu anderen kommunistischen Staaten verharren große Teile der DDR-Intelligenz lange in Loyalität mit der Macht. 1976 wird dem Liedermacher Wolf Biermann die Rückkehr von einem Konzert in Köln verboten. Das Politbüro der SED hat ihn ausgebürgert – eine Anleihe aus dem Arsenal nationalsozialistischer Sanktionen. Noch am selben Tage fordern angesehene Künstler die SED-Führung öffentlich auf, die Ausbürgerung zurückzunehmen. Der Protestresolution schließen sich insgesamt mehr als hundert prominente Intellektuelle an. Durch geschickt abgestufte Sanktionen gelingt es dem Regime, eine weitergehende Solidarisierung mit den Trägern des Protestes zu verhindern. Der Riss zwischen den kreativsten Köpfen und der SED aber wächst nie wieder zu. Für viele jüngere Menschen sind alle Illusionen über das Regime verflogen. Es beginnt die Suche nach wirkungsvollen Wegen der Opposition.

In Biermanns Wohnung (v.l.n.r.: Robert Havemann, Helga Nowak, Fritz Rudolf Fries, Kurt Bartsch, Sarah Kirsch, Rainer Kirsch, Wolf Biermann, Gert Loschütz, Christoph Borkowski) 
Berlin, Sommer 1967


Wolf Biermann
Proteste von DDR-Künstlern gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns
Sarah Kirsch
Jürgen Fuchs

geändert am: Dienstag, 5. Februar 2013     © 2013 Gedenkstätte Deutscher Widerstand